Definition
Ein Delikt, bei dem ein Dritter wissentlich und unrechtmäßig in eine bestehende vertragliche Beziehung zwischen dem Kläger und einer anderen Partei eingreift, wodurch es zu einer Vertragsverletzung oder zur Verhinderung der Leistungserbringung und zu Schäden des Klägers kommt.

Prinzip

Prinzip
Haftung erfordert Kenntnis des Vertrags, absichtliche Veranlassung oder unrechtmäßige Eingriffsmittel, Kausalität für die Vertragsverletzung oder Leistungsstörung und daraus entstandene Schäden; zulässiger Wettbewerb und legitime Überzeugungsversuche sind nicht klagbar.

Demonstration

Demonstration
Ein Wettbewerber veranlasst wissentlich einen Lieferanten dazu, einen exklusiven Liefervertrag eines Konkurrenten zu brechen, indem er falsche Versprechungen macht und mit Nachteilen droht; der Lieferant bricht den Vertrag, und der Konkurrent klagt wegen der durch die Einmischung verursachten wirtschaftlichen Verluste.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Den Deliktstitel zu verwenden, um energischen, aber rechtmäßigen Wettbewerb zu bestrafen, gewöhnliche Vertragsverhandlungen ohne unrechtmäßige Mittel anzufechten oder zu klagen, wenn der mutmaßliche Einmischende keine Kenntnis vom konkreten Vertrag hatte.

Konsequenz

Konsequenz
Erfolgreiche Kläger können Ersatz für entgangene Gewinne und Folgeschäden sowie eine Unterlassungsverfügung zur Verhinderung fortgesetzter Einmischung erhalten; böswillige oder rücksichtlose Einmischung kann in einigen Rechtsordnungen zu Strafschadensersatz führen.

Umkehrung

Umkehrung
Das Gegenbild schützt die freie Markttätigkeit: Wenn das Verhalten des Akteurs rechtmäßig, wettbewerbsfähig und nicht unrechtmäßig ist, begründet die Einmischung keine Haftung; der Schutz legitimer wirtschaftlicher Freiheiten begrenzt den Anwendungsbereich des Delikts.

Abgrenzung

Abgrenzung
Erfordert einen dritten Akteur, der sich von den Vertragsparteien unterscheidet; ersetzt nicht die vertraglichen Rechtsbehelfe zwischen den Parteien selbst und schließt häufig Einmischungsansprüche in Kontexten aus, in denen ein Willen‑auf‑Einstellung‑Grundsatz oder gesetzliche Vorbehalte gelten.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Es besteht Spannung zwischen dem Schutz vertraglicher Stabilität und der Bewahrung zulässigen Wettbewerbs und der Meinungsfreiheit; Gerichte wägen Entschädigungsinteressen gegen die Gefahr ab, legitime wirtschaftliche Verhandlungen und Kommunikation zu behindern.

Synthese

Synthese
Die deliktische Einmischung in vertragliche Beziehungen ist ein zivilrechtlicher Anspruch gegen Dritte, die mit Kenntnis und unrechtmäßigen Mitteln bestehende Vertragsverhältnisse stören und messbare Verluste verursachen, während rechtmäßiges Wettbewerbsverhalten außerhalb des Schutzbereichs bleibt.