Definition
Eine deliktische Haftungslehre, nach der ein Arbeitgeber direkt haftbar gemacht wird für Schäden, die ein Arbeitnehmer verursacht hat, wenn der Arbeitgeber bei der Einstellung die gebotene Sorgfalt vermissen ließ und eine ungeeignete Person einstellte, deren Untauglichkeit vorhersehbar war und ursächlich für den Schaden wurde.

Prinzip

Prinzip
Arbeitgeber haben die Verpflichtung, bei Einstellungen angemessene Prüfungen und Untersuchungen vorzunehmen, wenn für Dritte vorhersehbare Risiken bestehen; das Unterlassen solcher Prüfungen, die Ausschlussgründe hätten offenbaren können, begründet Haftung.

Demonstration

Demonstration
Eine Schule stellt einen Busfahrer ohne Hintergrundprüfung oder Führerscheinüberprüfung ein; der Fahrer hat frühere Verurteilungen wegen Trunkenheit am Steuer und verursacht später einen Unfall mit verletzten Kindern — der Arbeitgeber kann wegen fahrlässiger Einstellung haftbar sein.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Forderung nach Haftung wegen fahrlässiger Einstellung, obwohl der Arbeitgeber angemessene Prüfungen durchführt, oder wenn die gefährliche Handlung des Mitarbeiters völlig unvorhersehbar war; auch die Nutzung versiegelter Akten oder unrealistischer Prüfanforderungen ist fehlerhaft.

Konsequenz

Konsequenz
Die Anerkennung der fahrlässigen Einstellung schafft Anreize für Arbeitgeber, angemessene Hintergrundprüfungen, Referenzverifizierungen und dokumentierte Einstellungsverfahren einzuführen, um Risiken für Dritte zu vermindern.

Umkehrung

Umkehrung
Gegenüberstellung: Hat der Arbeitgeber angemessene Sorgfaltsprüfungen durchgeführt und tritt dennoch ein unvorhersehbares Fehlverhalten auf, besteht keine Haftung für die Einstellungsentscheidung; diese Gegenüberstellung verdeutlicht den Unterschied zwischen direkter Arbeitgeberverschulden und vikariater Haftung.

Abgrenzung

Abgrenzung
Erfordert einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem unzureichenden Einstellungsverfahren und dem konkreten Schaden, die Vorhersehbarkeit des Risikos und dass die eingestellte Person in einer durch angemessene Prüfung feststellbaren Weise ungeeignet war; deckt nicht jede Schädigung durch Mitarbeiter ab.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zur respondeat-superior-Lehre: Fahrlässige Einstellung ist eine schuldabhängige Direkthaftung, die den Nachweis unterlassener Prüfungen verlangt, während respondeat superior eine vikarierende Haftung begründet, auch wenn der Arbeitgeber angemessen handelte.

Synthese

Synthese
Fahrlässige Einstellung ist eine Direkthaftungsregel, die dem Arbeitgeber Verschulden zuweist, wenn Mängel im Einstellungsverfahren ungeeignete Personen in Positionen lassen, deren vorhersehbare Neigungen Schäden verursachen; damit fördert sie präventive Einstellungspraktiken.