Definition
Ein förmlicher Antrag oder Schriftsatz bei Gericht, mit dem die gerichtliche Erteilung von Anwaltsvergütung zugunsten einer Partei verlangt wird, üblicherweise gestützt auf ein Gesetz, einen Vertrag oder einen gerechtigkeitsrechtlichen Grundsatz, der die Kostenverlagerung erlaubt.
Prinzip
Prinzip
Eine Partei kann angemessene Anwaltsvergütung erhalten, wenn eine gesetzliche Regelung, eine vertragliche Vereinbarung oder eine gerechtigkeitsrechtliche Grundlage den siegreichen beziehungsweise berechtigten Partei erlaubt, Vergütung auf die andere Partei zu verlagern, wobei das Gericht Angemessenheit und Nachweis kontrolliert.
Demonstration
Demonstration
In einer Diskriminierungsklage mit Anspruch auf Kostenverlagerung reicht der obsiegende Kläger einen Antrag auf Anwaltsvergütung ein, der geleistete Stunden, vereinbarte Stundensätze, Lodestar-Berechnungen und eidesstattliche Erklärungen zur Begründung der Forderung auflistet.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Einen Antrag stellen, der nicht-juristische Tätigkeiten (z. B. Verwaltungsaufgaben), spekulative künftige Gebühren oder doppelt erfasste Zeiten ohne Begründung umfasst; oder sich auf eine nicht anwendbare Vertragsklausel berufen, obwohl keine Grundlage für Kostenverlagerung besteht.
Konsequenz
Konsequenz
Bei ausreichender Begründung kann das Gericht Gebühren ganz oder teilweise zusprechen und Beträge wegen Unangemessenheit anpassen; eine Zuschreibung verändert die finanzielle Belastung und beeinflusst Vergleichsverhandlungen und die Verfügbarkeit von Rechtsvertretung.
Umkehrung
Umkehrung
Das Gegenteil ist die Ablehnung des Gebührenantrags oder die Verurteilung der Antragstellerpartei zur Zahlung von Gebühren (z. B. bei mutwilliger Prozessführung), wodurch die erwartete Kostenverlagerung umgekehrt wird.
Abgrenzung
Abgrenzung
Bezieht sich ausschließlich auf Anträge zur Vergütung von Rechtsberatung im Zusammenhang mit dem Prozess oder vertraglichen Vereinbarungen; schließt gewöhnliche Rechnungen für außergerichtliche Arbeit, nicht erstattungsfähige Mandantenkosten oder gesetzliche Sanktionen aus, die nicht die Anwaltsvergütung betreffen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung besteht zwischen der als erstattungsfähiger Prozesskostenposition verstandenen 'Anwaltsvergütung' und den 'Kosten' beziehungsweise 'Gerichtskosten', die anderen Regeln, Erstattungsgrenzen und Verfahrenswegen unterliegen.
Synthese
Synthese
Der Antrag auf Anwaltsvergütung ist die gerichtliche Eingabe, mit der ein rechtlich oder vertraglich begründeter Anspruch auf Verlagerung der Anwaltskosten in eine dokumentierte, vom Richter zu prüfende Forderung überführt wird.