Definition
Ein älterer Zulässigkeitsmaßstab, der naturwissenschaftliche Beweise nur dann zulässt, wenn die zugrundeliegende Technik oder das Prinzip in der relevanten Fachgemeinschaft ‚allgemeine Anerkennung‘ gefunden hat.

Prinzip

Prinzip
Wissenschaftliche Techniken sollen nur dann als Beweis zugelassen werden, wenn sie von Praktikern und Forschern des betreffenden Fachgebiets allgemein akzeptiert werden; der Konsens der Gemeinschaft gilt als Indikator für Zuverlässigkeit.

Demonstration

Demonstration
Prüft ein Gericht die Zulassung von Polygraphenbeweisen, so wird es untersuchen, ob die psychologischen und physiologischen Grundlagen des Polygraphentests in der relevanten wissenschaftlichen Gemeinschaft allgemein anerkannt sind, bevor es die Ergebnisse zulässt.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Eine starre Ausgrenzung neuartiger, validierter Methoden, weil sie noch nicht weit verbreitet sind, kann verhindern, dass nützliche, zuverlässigere Wissenschaft in die Tatsachenfeststellung gelangt; umgekehrt ist die Zulassung methodisch fehlerhafter, aber breit akzeptierter Techniken ebenfalls missbräuchlich.

Konsequenz

Konsequenz
Unter Frye ist die Zulassung neuer wissenschaftlicher Beweise tendenziell konservativ; der Standard bevorzugt den Gemeinschaftskonsens und kann die Einführung innovativer, aber verlässlicher Methoden verlangsamen.

Umkehrung

Umkehrung
Der Daubert-Ansatz kehrt Fryes Präferenz für Konsens um, indem er dem Richter die Bewertung der methodischen Validität auch ohne allgemeine Anerkennung ermöglicht.

Abgrenzung

Abgrenzung
Historisch in vielen US-Bundesstaaten angewandt und in einigen Gerichtsbarkeiten noch maßgeblich; er betrifft speziell wissenschaftliche Techniken und nicht nicht-wissenschaftliche Fachbereiche oder routinemäßige Tatsachenbeweise.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Es besteht Spannung zwischen der Deferenz gegenüber dem Konsens der wissenschaftlichen Gemeinschaft (Stabilität) und der Notwendigkeit richterlicher Prüfung methodischer Gültigkeit (Anpassungsfähigkeit, fallbezogene Bewertung).

Synthese

Synthese
Frye ist ein am Konsens orientierter Zulässigkeitsstandard, der wissenschaftliche Beweise nur dann zulässt, wenn die relevante Fachgemeinschaft die zugrunde liegende Technik oder das Prinzip allgemein akzeptiert und damit methodische Prüfung gegen gemeinschaftliche Gewissheit tauscht.