Definition
Eine Handlung oder Unterlassung eines Treuhänders, die eine oder mehrere treuhänderische Pflichten — wie Loyalität, Offenlegung, Sorgfalt oder Rechenschaftspflicht — verletzt und dem Begünstigten Schaden zufügt oder dem Treuhänder unberechtigten Vorteil verschafft.
Prinzip
Prinzip
Feststellen, wann treuhänderisches Verhalten von den geforderten Standards in Loyalität, Umsicht, Offenlegung oder Abrechnung abweicht und dadurch einen rechtlich relevanten Schaden oder unrechtmäßigen Gewinn verursacht, den billiges Recht beheben muss.
Demonstration
Demonstration
Ein Organmitglied lenkt eine Unternehmenschance ohne Offenlegung oder Zustimmung in ein persönliches Projekt um; Begünstigte können Herausgabe von Gewinnen, Anordnung eines konstruktiven Trusts über das abgezweigte Vermögen, Unterlassungsansprüche und Schadensersatz verlangen.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Jedes schlechte Geschäftsergebnis, ehrliche Versehen oder gewöhnliche Vertragsverletzung als Treuepflichtverletzung zu bezeichnen, ohne das treuhänderische Verhältnis, die bestehende Pflicht und die Ursächlichkeit zwischen Verstoß und Schaden nachzuweisen.
Konsequenz
Konsequenz
Ein nachgewiesener Verstoß kann billige Rechtsbehelfe (Herausgabe, konstruktiver Trust), Geldentschädigung, Abberufung oder Unterlassungsverfügungen sowie reputations- oder aufsichtsrechtliche Folgen für den Treuhänder auslösen.
Umkehrung
Umkehrung
Das Gegenteil ist die treuegemäße Erfüllung treuhänderischer Pflichten: transparente Offenlegung, ordnungsgemäße Enthaltung, sorgfältige Entscheidungsfindung und korrekte Abrechnung, die den Treuhänder vor Haftung schützen und die Interessen des Begünstigten wahren.
Abgrenzung
Abgrenzung
Die Abhilfen bei Verstößen hängen von nationalen Regeln, Verjährungsfristen, Einreden (Zustimmung, Ratifikation, Vertrauen auf fachlichen Rat) und dem Umfang des Vertrauensverhältnisses ab; nicht alle fahrlässigen Handlungen sind Verstöße und die Rechtsfolgen variieren.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung bei der Abgrenzung von Treuepflichtverletzung, Fahrlässigkeit oder gewöhnlicher Vertragsverletzung, insbesondere wenn sich Schadenspositionen überschneiden; Gerichte beurteilen Intention, Kausalität, unrechtmäßige Bereicherung und die Zulässigkeit billiger Abhilfe.
Synthese
Synthese
Eine Verletzung der Treuepflicht liegt vor, wenn ein vertrauter Akteur die verhältnisspezifischen Pflichten in Loyalität, Sorgfalt, Offenlegung oder Rechenschaft vernachlässigt und dadurch Schaden entsteht oder unrechtmäßiger Gewinn anfällt, den das billige Recht durch geeignete Maßnahmen korrigiert.