Definition
Eine deliktische Doktrin, die die Ersatzfähigkeit rein wirtschaftlicher Schäden begrenzt, die nicht mit körperlichen Verletzungen oder Sachschäden einhergehen, und Kläger auf vertragliche oder gewährleistungsrechtliche Rechtsbehelfe verweist, sofern keine anerkannte Ausnahme greift.

Prinzip

Prinzip
Die Regel bewahrt die Verteilung wirtschaftlicher Risiken und verhindert unbestimmte Haftung, indem sie deliktischen Ersatz auf Schäden mit körperlicher Schädigung oder auf besondere Pflichtsituationen beschränkt, die deliktische Haftung rechtfertigen.

Demonstration

Demonstration
Ein Unternehmer liefert mangelhafte Bauteile, die ausgetauscht werden müssen, aber keinen Personenschaden verursachen; die Verluste der Käufer für Minderwert oder Reparaturkosten sind in der Regel über vertragliche Gewährleistungsansprüche geltend zu machen, nicht über deliktische Fahrlässigkeit, sofern keine Ausnahme besteht.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Anwendung der Regel zur Abweisung deliktischer Ansprüche, obwohl der Beklagte eine besondere Pflicht übernommen hat, fahrlässig falsche Angaben gemacht wurden oder Sachschäden Dritter auftraten — Umstände, die viele Gerichte als Ausnahmen behandeln.

Konsequenz

Konsequenz
Die Doktrin lenkt Streitigkeiten in den Vertragsbereich, begrenzt die Versichererbelastung durch deliktische Ansprüche bei wirtschaftlichen Verlusten und fördert klarere vertragliche Risikoverteilungen und Abhilfen zwischen Marktteilnehmern.

Umkehrung

Umkehrung
Gerichte erlauben deliktischen Ersatz für wirtschaftliche Schäden, wenn der Beklagte freiwillig eine Schutzpflicht übernommen hat, bei betrügerischer Falschdarstellung oder wenn der Schaden körperliche Schäden an anderem Eigentum oder Personen einschließt.

Abgrenzung

Abgrenzung
Die Anwendung variiert stark je nach Rechtskreis und Kontext (Produkthaftung, Berufsfehler, Bauwesen); typischerweise werden reine wirtschaftliche Enttäuschungen ausgeschlossen, aber Ansprüche sind zulässig, wenn gesetzliche Pflichten, Treuepflichten oder besondere Beziehungen bestehen.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Steht im Spannungsverhältnis zu Lehren über fahrlässige Falschdarstellung und Verbraucherschutzregelungen, die deliktische Ansprüche für wirtschaftliche Schäden zulassen; die Frage ist, ob wirtschaftliche Erwartungen vertraglich oder deliktisch geregelt werden sollen.

Synthese

Synthese
Die Economic-Loss-Rule ist ein Sortierprinzip: Mangels körperlicher Schäden oder besonderer Pflichten werden reine wirtschaftliche Schäden gewöhnlich vertraglich geregelt; anerkannte Ausnahmen lassen jedoch deliktischen Ersatz zu, wenn Pflicht- und Gerechtigkeitsgründe dies erfordern.