Definition
Ein zivilrechtlicher Deliktstatbestand, der aus einer vorsätzlichen, schädlichen oder beleidigenden körperlichen Berührung einer anderen Person ohne Einwilligung besteht; erforderlich ist der Vorsatz zur Berührung, nicht notwendigerweise der Vorsatz zum Schaden, und es bedarf keiner Nachweises einer schweren körperlichen Verletzung.

Prinzip

Prinzip
Grundsatz: Vorsätzliche, nicht einvernehmliche Berührung, die für eine vernünftige Person schädlich oder beleidigend ist, begründet Haftung; Einwilligung, Rechtfertigungsgründe (z. B. Notwehr) oder fehlender Vorsatz zur Berührung heben die Haftung auf.

Demonstration

Demonstration
Ein Chirurg führt ohne Einwilligung des Patienten einen Eingriff durch, obwohl der Patient den Eingriff abgelehnt hat; die nicht autorisierte Berührung begründet zivilrechtliche Körperverletzung, selbst wenn der Eingriff therapeutischen Wert gehabt hätte.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Jeden beiläufigen oder versehentlichen Kontakt in überfüllten Räumen, wie leichtes Anrempeln in öffentlichen Verkehrsmitteln, als Körperverletzung zu qualifizieren, obwohl kein vorsätzlicher, beleidigender Kontakt vorliegt.

Konsequenz

Konsequenz
Rechtsbehelfe umfassen Ersatz für körperliche Schäden und seelische Folgen, symbolische Schadensersatzansprüche bei Verletzung eines Rechtsguts und Unterlassungsansprüche; Vorsatz kann in einigen Rechtsordnungen zu punitive damages führen.

Umkehrung

Umkehrung
Fehlt der Kontakt, so liegt eher ein Anspruch wegen Assault (Bedrohung/Versuch) vor; war der Kontakt zufällig, ist statt Körperverletzung ggf. ein fahrlässiger Anspruch zu prüfen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Körperverletzung überschneidet sich mit strafrechtlichen Tatbeständen, bleibt aber ein zivilrechtlicher Anspruch; Verteidigungen wie Einwilligung, Notstand, Privileg oder Notwehr sind anerkannt; der Maßstab ist die offensiv wirkende Berührung aus Sicht einer vernünftigen Person im Kontext.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannungen bestehen zwischen Körperverletzung und verwandten Ansprüchen wie Assault (Furchterzeugung ohne Berührung), Fahrlässigkeit und medizinischer Kunstfehlerhaftigkeit, wobei Einwilligung und Berufsstandards häufig klärende Rollen spielen.

Synthese

Synthese
Die zivilrechtliche Körperverletzung schützt die körperliche Integrität, indem sie bei vorsätzlicher, nicht einvernehmlicher und schädlicher oder beleidigender Berührung Haftung begründet, mit anerkannten Verteidigungen und getrennt von strafrechtlichen Verfahren und fahrlässigkeitsbasierten Ansprüchen.