Definition
Ein Kausalitätstest im Deliktsrecht, der fragt, ob der Schaden des Klägers ‚ohne‘ (but for) das Verhalten des Beklagten eingetreten wäre; wenn der Schaden ohne die Handlung oder Unterlassung des Beklagten nicht eingetreten wäre, ist die but-for-Kausalität als faktische Ursache gegeben.
Prinzip
Prinzip
Der but-for-Test isoliert die faktische Kausalität: Verhalten ist Ursache eines Schadens, wenn nach der Wahrscheinlichkeit gerechnet der Schaden ohne dieses Verhalten nicht eingetreten wäre. Er ist ein notwendiger erster Schritt, aber in Fällen mit mehrfachen hinreichenden Ursachen oder aus politischen Gründen nicht stets ausreichend für die rechtliche Kausalität.
Demonstration
Demonstration
Wenn ein Grundstückseigentümer ein Geländer entfernt und ein Passant von der freiliegenden Kante fällt und verletzt wird, wäre die Verletzung ohne das Entfernen nicht eingetreten; die but-for-Kausalität stützt damit die faktische Kausalität in der Fahrlässigkeitsklage.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Die ausschließliche Anwendung der but-for-Kausalität bei gleichzeitig hinreichenden Ursachen (zwei unabhängige Brände, die jeweils allein das Haus zerstören würden) kann irreführen: wenn jede Ursache für sich den Schaden hervorgebracht hätte, kann der but-for-Test ohne doktrinäre Ergänzungen (materieller Beitrag, Verlust einer Chance) versagen.
Konsequenz
Konsequenz
Die Feststellung der but-for-Kausalität erfüllt das Element der faktischen Kausalität einer deliktischen Klage und ermöglicht die weitere rechtliche Prüfung von proximate cause, Voraussehbarkeit und politischen Begrenzungen; ein Scheitern am but-for-Test erfordert oft alternative Kausalitätstheorien, um die Klage fortzuführen.
Umkehrung
Umkehrung
Die Umkehr ist Nichtkausalität: Das Verhalten des Beklagten hat faktisch keinen Unterschied für das Eintreten des Schadens gemacht — der Schaden wäre unabhängig davon eingetreten — was die but-for-Kausalität verneint und die Fahrlässigkeitshaftung ohne alternative Theorien untergräbt.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für Untersuchungen der faktischen Kausalität in deliktischen Fällen; schließt Fragen aus, die durch proximate-cause-Doktrinen, die Analyse intervenierender Handlungen und politische Haftungsbegrenzungen entschieden werden. Als alleiniges Kriterium ist es unangemessen bei Überbestimmungsfällen oder novus actus interveniens ohne doktrinelle Anpassung.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Es besteht eine Spannung zwischen der Klarheit der but-for-faktischen Prüfung und dem Bedürfnis nach normativen Haftungsgrenzen; Gerichte ergänzen die but-for-Analyse oft durch proximate cause, Voraussehbarkeit oder Sonderdoktrinen, um unbillige Ergebnisse zu vermeiden.
Synthese
Synthese
Die But-for-Kausalität (Delikt) ist der grundlegende faktische Test, der fragt, ob der Schaden ohne das Verhalten des Beklagten eingetreten wäre; sie begründet die faktische Kausalität, muss aber in komplexen Fällen mit proximate-cause-Doktrinen oder alternativen Kausalitätstheorien verbunden werden, um die rechtliche Haftung zu bestimmen.