Definition
Ein Instrument der Prozessaufklärung, mit dem eine Partei die andere auffordert, die Wahrheit bestimmter Tatsachen oder die Echtheit von Dokumenten zuzugeben, meist schriftlich und innerhalb einer Frist, sodass diese Punkte im Prozess nicht mehr bewiesen werden müssen.

Prinzip

Prinzip
Vorprozessuale Eingrenzung strittiger Fragen durch Erzwingen von Zugeständnissen zu unstreitigen Tatsachen oder Dokumenten, wodurch Zeit und Ressourcen gespart und der Prozessfokus geschärft werden.

Demonstration

Demonstration
In einem Vertragsstreit fordert der Kläger den Beklagten auf, die Existenz eines unterschriebenen Vertrags und den Erhalt einer Pflichtverletzungsanzeige zuzugeben; zugestandene Punkte entfallen als Streitgegenstand im Prozess.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Der missbräuchliche Einsatz durch zu weite, mehrteilige, unklare oder irrelevante Anträge, die belästigen oder zugunsten der anfragenden Partei unberechtigt Beweislast verschieben sollen.

Konsequenz

Konsequenz
Bei ordnungsgemäßer Anwendung und Anerkennung entfallen die Beweislast für zugegebene Tatsachen; die Beweisführung wird gestrafft und bei Nichtbeantwortung oder unberechtigter Zurückweisung können Folgen wie Rechtsnachteile eintreten.

Umkehrung

Umkehrung
Das Gegenstück ist, zahlreiche neue strittige Tatsachen spät im Verfahren aufzuwerfen statt sie einzugrenzen; verweigert eine Partei strategisch jede Anerkennung, bleibt die Klärung für den Prozess aus.

Abgrenzung

Abgrenzung
Dieses Mittel gehört zur zivilprozessualen Aufklärung in Rechtsordnungen, die es vorsehen; es erzwingt keine Geständnisse in Strafverfahren und ersetzt nicht Anträge auf summarisches Urteil oder Beweisbeschlüsse.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Ähnlich wie schriftliche Auskünfte (Interrogatorien) oder Beweisanträge, zielt es aber speziell auf formelle Zugeständnisse zu Tatsachen oder Unterlagen ab und unterscheidet sich von einvernehmlichen Vereinbarungen der Parteien.

Synthese

Synthese
Anträge zur Anerkennung von Tatsachen sind ein präzises Entdeckungsinstrument, das strittige Punkte in gerichtliche Zugeständnisse verwandelt, Beweislasten reduziert und die Konfliktpunkte des Prozesses bündelt.