 ##  [Konstruktive Kenntnis (Eigentum)](/de/node/41423) 

 Definition

Eine rechtliche Vermutung, dass eine Person von einer Tatsache Kenntnis hat, weil diese Tatsache in öffentlichen Registern, Eintragungssystemen oder auf andere Weise auffindbar war, die das Recht als ausreichende Mitteilung ansieht, auch wenn die Person sie nicht tatsächlich kannte.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Eintragungs- und Registerpflichten belasten interessierte Dritte mit den in diesen Unterlagen enthaltenen Informationen und verpflichten nachfolgende Erwerber zur Prüfung des öffentlichen Registers, wodurch vorhersehbare Prioritätsregeln möglich werden.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Eine Grundschuld wird im Grundbuch eingetragen; ein späterer Erwerber, der die Unterlagen nicht prüft, gilt dennoch als mit der Belastung konstruktiv bekannt und nimmt das Grundstück gegebenenfalls mit der Belastung.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Das Fehlen konstruktiver Kenntnis zu behaupten, obwohl der Eintrag öffentlich zugänglich und richtig indexiert war, oder konstruktive Kenntnis anzuwenden, obwohl das Register unzugänglich oder Unterlagen absichtlich verborgen waren.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Konstruktive Kenntnis widerlegt Unkenntnisbehauptungen für Prioritätszwecke und fördert Sorgfalt bei Titelsuchen, wodurch verdeckte Belastungen bei Übertragungen verringert werden.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Wurde ein relevantes Recht nicht eingetragen oder war der Eintrag nicht zumutbar auffindbar, greift die konstruktive Kenntnis nicht; tatsächliche oder inquiry-Kenntnis können jedoch separat relevant sein.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Hängt von gesetzlichen Regelungen und der Beschaffenheit öffentlicher Register ab; schließt nicht automatisch private oder nicht eingetragene Rechte ein und kann durch Verfahrensmängel bei Eintragung oder Indexierung begrenzt sein.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Unterscheidet sich von tatsächlicher Kenntnis (direktes Wissen) und inquiry-Kenntnis (Pflicht zur Untersuchung); die strenge Anwendung konstruktiver Kenntnis variiert zwischen Rechtsordnungen.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Konstruktive Kenntnis ist die rechtliche Fiktion, dass öffentlich zugängliche Registrierungsinformationen Dritten zugerechnet werden, wodurch die Prüfpflichten der Erwerber mit dem Registersystem verknüpft und Prioritäten festgelegt werden.